Mittwoch, 29. November 2017

Rezension: Die Perlenschwester - Lucinda Riley

© Random House
Die Perlenschwester
| Lucinda Riley |

Verlag: Goldmann Verlag 2017
Seiten: 608 
ISBN: 9783442314454

MEINE BEWERTUNG 

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CeCe, die Künstlerin

CeCe d'Aplièse wurde wie ihre Schwestern adoptiert. Ihre Vorgeschichte ist nicht bekannt. Doch ihr Vater hat ihr nach seinem Tod einen Hinweis hinterlassen, der sie nach Australien zu einer dramatischen Geschichte Anfang des 20. Jahrhunderts führt.

Es handelt sich um den 4. Band der Sieben-Schwestern-Reihe, die ihre Leser mit mysteriösen Geheimnissen konfrontiert. Allesamt aufgewachsen wie gut betuchter Adel im märchenhaften Ambiente am Genfer See, wird es für die Schwestern nach dem Tod ihres Adoptivvaters Zeit, ihrer Herkunft auf den Grund zu gehen.

In diesem Band wird Schwester CeCes Geschichte ergründet, die sich bisher immer an ihre Lieblingsschwester Star geklammert hat.


Bei dieser Reihe werden insgesamt drei Geschichten erzählt: Die alles umspannende Handlung von Pa Salt und seinen adoptierten Töchtern, der man immer ein kleines Stückchen näher kommt, die Entwicklung der Schwester, der der jeweilige Band gewidmet ist, und ein historischer Part, der mit der Herkunft der thematisierten Schwester zusammenhängt. 


CeCe geht nun ebenfalls ihrer Herkunft auf den Grund. Zwar wusste sie lange nicht, ob sie der gelegten Spur folgen soll, hat es sich dann aber anders überlegt, weil sie sich verloren fühlt. 


So kommt es, dass sie das Leben und Werk von Kitty Mercer erkundet. Eine Frau, die um die Jahrhundertwende als junges Mädchen den Weg von Schottland nach Australien fand, um ein dramatisches Leben zu begehen, dass bis in die Gegenwart Konsequenzen trägt. 


Der Handlungsstrang um CeCe hat mir diesmal weniger gefallen. Es treibt sie nach Australien und ihre Suche verläuft eher unspektakulär. Die Erzählung ist eintönig und hat einen bemühten Eindruck auf mich gemacht. Zudem wurde noch eine Nebenhandlung in diesen Strang gepfercht, wahrscheinlich um das Ganze etwas aufzupeppen. Zumindest bei mir hat das nicht funktioniert, weil ich es als ausgefranst und lieblos empfunden habe.


Ich hatte mir CeCe bisher ganz anders vorgestellt. In den vorherigen Bänden habe ich sie als dominant und aggressiv erlebt, während sie selbst als Protagonistin eher ein verunsichertes Hascherl (auf Hochdeutsch: eine verschlossene, verunsicherte Person) ist. Es gefällt mir auch weniger, dass Riley sie äußerlich in den Schatten ihrer Schwestern stellt, weil sie nicht dem gewohnten Barbie-Look entspricht und CeCe dadurch machmal einen richtig armseligen Eindruck macht. 


Eher eine Randerscheinung, dennoch bemerkenswert, ist die Kunst der Aborigines, die zwar thematisiert, aber nicht zu sehr aufgebauscht wird. Einerseits fand ich das gut, weil es mir persönlich an Bezug zur Kunst fehlt, andrerseits hat auch dieses Element in CeCes Strang auf mich etwas farblos gewirkt.


Dafür war Kitty Mercers Geschichte packend, dramatisch und sehr spektakulär. In jungen Jahren wurde sie - eher durch Zufall - von Schottland nach Australien verschifft und hat ein bewegendes Leben geführt, das mich nicht so schnell losgelassen hat. Zwischen den Zeilen lag eine Portion von Pioniergeist und Abenteuerlust, die grad in dieser historischen Epoche für eine Frau eher ungewöhnlich ist.


Insgesamt hat mich Lucinda Riley nicht enttäuscht, auch wenn ich mir von CeCes Geschichte ein bisschen mehr Aufregung versprochen hatte. Im Gegenzug dazu taucht man mit Kitty in das heiße Australien ab, darf mit ihr ein bewegendes Leben durchmachen und ahnt von Beginn an, dass es sehr ergreifend wird.


Meiner Meinung nach ist dieser vierte Band der Reihe genauso lesenswert wie die Vorherigen und ist dank der unnachgiebigen Kitty Mercer eine Perle im Bücherregal. 

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MEINE BEWERTUNG

Die Sieben-Schwestern-Reihe:

1) Die sieben Schwestern [Rezension lesen]
2) Die Sturmschwester [Rezension lesen]
3) Die Schattenschwester [Rezension lesen]
4) Die Perlenschwester


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Kommentare:

  1. Hallo liebe Nicole ;-)
    Dass der Strang der Gegenwart nicht so berauschend war, habe ich ja schon bei Martina und Janine gesehen. Ganz offensichtlich hast du dich dann einfach auf die Details konzentriert, die dich begeistern konnten.
    Ich bin sehr gespannt, wann ich endlich dazu komme, die Reihe zu beginnen und wie meine Gedanken dazu ausfallen werden.
    Danke für den tollen Einblick.
    Liebste Grüße, Hibi

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    1. Hallo Hibi,

      ich muss die Rezensionen der anderen erst lesen, doch beim Gegenwartsstrang waren wir uns in der Leserunde doch relativ einig. Dafür fand ich die Ereignisse in der Vergangenheit umso packender und die haben mir dann doch noch wunderbares Lesevergnügen beschert. Leider kann ich darauf nicht allzu sehr eingehen ohne zu spoilern.

      Ich bin gespannt, wann du mal mit der Reihe beginnen wirst. Bis zum nächsten Band hättest du jetzt ungefähr ein Jahr Zeit. ;)

      Liebe Grüße,
      Nicole

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