Sonntag, 12. November 2017

Rezension: Der Höllenexpress - Christopher Fowler

© Luzifer Verlag
Der Höllenexpress
| Christopher Fowler |

Verlag: Luzifer Verlag 2015
Seiten: 328 
ISBN: 9783958350274

MEINE BEWERTUNG 

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Im abgefahrenen Horror-Zug

Eine Zugreise in Osteuropa während des ersten 1. Weltkriegs. Vier Passagiere steigen in einem Zug um den herannahenden Truppen zu entgehen. Doch sie ahnen nicht, dass auf dieser Reise der Horror erst seinen Anfang nimmt. 

Es handelt sich um einen Horror-Roman, der die typischen Filmelemente des Genres zu einer abgefahrenen Reise vermischt. Christopher Fowler spielt mit sämtlichen Elementen, die man aus Filmen kennt. Er nimmt eine Prise Dracula, mischt menschenfressende Käfer dazu, lässt Geister auferstehen und stiehlt mit einem Grinsen dem Teufel den Kochlöffel aus der Hand.

Die Rahmenhandlung ist in der Blütezeit der klassischen Horrorfilme angesiedelt. Ein Drehbuchautor stellt sich bei den Hammer-Film-Studios vor und wird aufgefordert, einen neuen Film zu schreiben. In diesem Abschnitt erlebt die Welt der alten Horrorfilme eine Wiedergeburt. Man sieht, wie Filmkulissen kreiert und umgestaltet werden, erfährt, wie in den 1960er-Jahren Schauspieler und Filmschaffende familiär zusammengearbeitet haben, und wie sich der Horror-Film langsam schon schwer getan hat, weil es an frischen Ideen gemangelt hat.


Kernstück der Handlung ist natürlich das Drehbuch, also die Fahrt im Höllenexpress. Hier steigen vier Passagiere in das dampfende Ungetüm ein, weil sie sich vor Soldaten retten wollen. 


Isabella ist eine osteuropäische Schönheit vom Land, die vom britischen Gentlemen und Abenteurer Nicholas errettet wird. Thomas wird von seiner herrschsüchtigen Frau Miranda - die sich von ihrem Eheleben mehr als die Tristesse an der Seite eines Pfarrers erträumte - in den Zug geschleift, wodurch alle auf der gleichen Reise sind, die in den Schlund der Hölle führen wird.


Diese Reise ist von altbekannten Monstern, schaurigen Käfern und einer ausweglosen Situation geprägt. Das Mysterium des Zuges schlägt zu. Die Passagiere können nicht entkommen. Und der Zugführer zeigt sich an deren Elend nur leidlich interessiert.


„… das hier ist mehr als ein Zug. Es ist eine Sammlung von Schrecken, die sich bis in die Unendlichkeit entfalten können.“ (S. 85)


Durch das Aufflammen klassischer Horror-Elemente hat mir die Reise sehr großen Spaß gemacht. Der Stil und die Handlung ist an die alten Horror-Klassiker aus der Filmwelt angelehnt und ich habe mich ausgezeichnet unterhalten gefühlt. Es dauert bis die Passagiere ihre Misere begreifen, bis sie das Geschehen verarbeitet haben und man weiß beim Lesen, dass wohl bald Endstation ist. 


„Der Höllenexpress“ ist ein wahnsinnig unterhaltsames Werk, das durch das hohe Tempo und seine horrormäßigen Figuren brilliert. Christopher Fowler hat sich mit seinem „Der Höllenexpress“ von der Masse abgehoben und die Zugfahrt hat mir sehr großen Spaß gemacht!


Wer also alte Filme und Monster mag, sich auf eine abgefahrene Reise begeben will und keine Angst vor Ekelszenen hat, sollte den nächsten Zug nehmen. Es ist eine Fahrt, die man nicht so schnell vergessen wird.

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MEINE BEWERTUNG

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Kommentare:

  1. Wow, Nicolle, das hört sich echt nach einer abgefahrenen Geschichte an, gerade das mit den Horrorfilmen spricht mich jetzt enorm an! :D

    Danke für den Tipp, das landet direkt auf meiner Wunschliste! :D

    Liebe Grüße
    Jessi

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    1. Hallo Jessi,

      ja, ist es! Es war total witzig zu lesen, weil der Autor so mit den Film-Elementen spielt. Ein sehr besonderes Buch!

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Na, wenn das nicht etwas für mich ist :D Danke fürs Vorstellen!

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  3. Hallo Nicole,

    na, du brauchst dich gar nicht beschweren, dass ich dich zum Buchkauf verführe. ^^ Dieses Buch ist mir bisher noch gar nicht aufgefallen, aber das klingt absolut nach meinem Beuteschema. Ich gehe dann gleich mal danach stöbern. :)

    Ich wünsche dir einen schönen Sonntag!

    Liebe Grüße
    Silke

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    1. Hallo Silke,

      ich muss mich ab und zu auch mal revanchieren. ;) Das ist schon eine recht besondere Geschichte, dank begeisterter Rezensionen auf LB ist es dann mal auf meinem SuB gelandet und hat doch noch etwas gebraucht, bis ich es mir geschnappt habe. Es zahlt sich aber definitiv aus!

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  4. Hmmmmmmmmmmm, auch ich habe immer Abstand genommen, aber bisher wirklich noch nicht mal den KT angeschaut. Klingt anders, aber gut!

    Tolle Rezi.

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    1. Ich war mir auch lang unsicher, aber es ist sehr witzig und richtig schräg. XD Mich hat's begeistert.

      Danke dir!

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  5. In dem Fall pass ich :P
    Hab das Buch schon öfter in der Vorschau gesehn, aber das ist inhaltlich so gar nicht meins oder ich könnte es nur in Gemeinschaft lesen :D

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    1. Ja, wenn's einen von Vornherein gar nicht anspricht, dann sollte man sich wohl selbst auch nicht zwangsbeglücken. Mich haben einige begeisterte Rezensionen auf LB neugierig gemacht und da wollte ich mich drauf einlassen. Für mich hat es sich ausgezahlt. :)

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    2. Das Cover und der Titel lockten mich ja schon, aber die Inhaltsangabe dann nicht mehr - zum Glück hat der Verlag noch viele andere feine Sachen im Programm :3

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    3. Eben! Man muss ja nicht alles gelesen haben. XD

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