Samstag, 29. Juli 2017

Rezension: Suicide Forest - Jeremy Bates

© Luzifer Verlag
Suicide Forest
| Jeremy Bates |

Verlag: Luzifer Verlag 2017
Seiten: 520 
ISBN: 9783958351813

MEINE BEWERTUNG 

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Im Selbstmordwald

Ganz in der Nähe von Tokyo gibt es einen Ort, der Angst einjagt. Der Aokigahara - auch Suicide Forest genannt - zieht Menschen zum Sterben an. Jährlich werden bis zu 200 Leichen aus dem Wald entfernt und eine Gruppe junger Leute schaut sich diesen Ort mal aus der Nähe an.

Jeremy Bates hat mit diesem Horrorthriller einem Ort Leben eingehaucht, der für das Sterben steht, denn der Aokigahara ist beängstigende Realität. 

Eine Gruppe junger Leute möchte eigentlich auf den Mount Fuji marschieren. Doch das schlechte Wetter hält sie von diesem Vorhaben ab und sie beschließen stattdessen im Selbstmordwald zu campen.

Das Setting des Aokigahara ist ein unschlagbarer Rahmen, der eigentlich nur gut sein kann. Jeremy Bates lässt seine Charaktere durch den Wald spazieren und beschreibt dieses Erlebnis äußerst lebendig, sodass ich mich fühlte, als ob ich bei ihnen dabei gewesen bin. Er beschreibt den düsteren Wald, die dichten Baumkronen und die merkwürdige Stille, sodass man sich selbst zwischen den hohen Bäumen wähnt. 

"Wer vorgibt, sich im Dunkeln nicht zu fürchten, hat noch niemals im Aokigahara Jukai übernachtet." (S. 294)

Natürlich geht eine deutliche Anspannung mit jedem Schritt einher. Man weiß, dass man jederzeit auf eine baumelnde Leiche oder Selbstmordutensilien treffen kann und rechnet mit dem Schlimmsten. Dabei habe ich beim Lesen ständig daran gedacht, dass es diesen Wald wirklich gibt, und mich mit morbiden Interesse ängstlich umgesehen.

Bates’ Charaktere sind gut gelungen, weil sie mal nicht aus den genreüblichen Typen bestehen, sondern eher authentisch wirken. Sie sind fast alle Mitte Zwanzig und weg vom jugendlichem Leichtsinn. Sie möchten einfach nur dieses faszinierende Abenteuer angehen, wobei sie sich schon der fehlenden Pietät bewusst sind. Protagonist Ethan ist ein amerikanischer Englischlehrer in Tokyo, der aus erster Hand von den Geschehnissen im Wald erzählt. Dabei zeichnet sich ab, dass er ein ganz normaler Typ ist, der sich mit dem Ausflug in den Suicide Forest der Gruppendynamik stellt.

Die Gruppe selbst in ein zusammengewürfelter Haufen, der großteils lose miteinander verbunden ist. Kollegen, alte Schulfreunde und neue Bekanntschaften haben sich zufällig zusammengefunden und gehen die gruselige Erkundungstour gemeinsam an.

Leider hat mir der Showdown weniger gefallen, weil es mir zu übertrieben war. Meiner Meinung nach hätte der Selbstmordwald allein schon genug Schaueratmosphäre hergegeben und wäre ohne die letztendliche Wendung gut ausgekommen. Andrerseits hat der Autor damit für einen logischen Schluss gesorgt, was man auch nicht außer Acht lassen darf.

Bemerkenswert ist die Mischung aus dokumentarischen Hintergrundwissen und einer fiktiven Romanhandlung, die äußerst spannend zu lesen ist. Während der Autor von Japan, der Gesellschaft und den Geschichten des Aokigahara Jukai erzählt, gehen die Ereignisse an diesem Ort ihren eigenen Weg. Die Figuren tauschen sich aus, denken über Fakten nach oder hören von beängstigenden Sagen, während die Handlung weiterläuft. 

"... denn diesem Wald wohnt eine kranke Macht inne, dass er sich ins tiefste Unterbewusstsein winden und primitivste Ängste wecken kann." (S. 294)

Für mich ist „Suicide Forest“ ein Horrorthriller par excellence, der gekonnt Fakten und Fiktion vereint, dabei Lust auf weitere beängstigende Orte macht und ich dem geneigten Leser empfehlen kann.
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MEINE BEWERTUNG

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Kommentare:

  1. Diese Rezi klingt mal richtig toll. Das ist genau mein Ding dieses Buch und ich kannte es noch gar nicht :)
    Der Titel ist notiert und kommt direkt auf meine Wunschliste!!
    Vielen Dank fürs Hochladen.
    Vielleicht hast ja Lust bei mir mal vorbei zu schauen?
    Ich würde mich jedenfalls freuen:)
    Liebe Grüße
    Andrea
    http://www.printbalance.blogspot.de

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    1. Hallo Andrea,

      dann hoffe ich mal, dass dich der Aokigahara genauso packen kann. Es ist wirklich gruselig dort.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Hi Nicole :D

    Das Buch haben wir wirklich ähnlich empfunden, besonders die Tatsache, dass es den Wald tatsächlich gibt, hatte ich immer im Hinterkopf und daher kam wohl auch die Atmosphäre. Ich hatte irgendwie auch dauerhaft Angst, was sie da denn finden werden, in dem Wald ist man ja echt vor nichts sicher! Irgendwie würde ich den Wald auch mal gerne sehen, aber auf der anderen Seite ist er auch so melancholisch und ich hätte wohl angst, etwas zu sehen, was ich nicht mehr vergessen kann! ;(

    Liebe Grüße
    Jessi

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    1. Hallo Jessi,

      ich musste ständig daran denken, dass der Wald real ist! Und ja, mit dem Gedanken habe ich auch kurz gespielt, aber irgendwie finde ich es auch sehr morbide, wenn man jetzt extra wegen des Walds nach Japan fliegen würde.

      Übrigens, ich bin schon total gespannt, mit welchen unheimlichen Orten Jeremy Bates noch aufwarten wird. Die Reihe hat sehr viel Potential!

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  3. Danke. Genau das Ende war es, was bei mir einen bitteren Beigeschmack hinterlassen hat. Alles war so fein und perfekt und das hat in meinen Augen das Feeling einfach zerstört und ich war recht enttäuscht gewesen. Vor allem weil ich den Wald sehr faszinierend finde. Hab bereits mehere Dokus dazu gesehn und somit den echten Wald immer vor Augen *schauder*

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    1. Das Ende hätte es echt nicht gebraucht. Da wurde einfach zu dick aufgetragen, weil es auch so - ev. mit einem offenen Ende - schon gruselig genug gewesen wäre. Ansonsten darf man wohl nicht meckern, oder?

      Ich habe noch nicht so viel von dem Wald gehört, werde ihn aber weiterhin beobachten. Schaurig, schaurig.

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