Dienstag, 18. April 2017

Rezension: Die letzten Tage der Nacht - Graham Moore

© Lübbe Audio
Die letzten Tage der Nacht
| Graham Moore |

Verlag: Lübbe Audio 2017
Dauer: 422 min 
ISBN: 785754849
Sprecher: David Nathan

MEINE BEWERTUNG

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Elektrisierender Krieg

Der Kampf gegen die Dunkelheit ist gewonnen seit die Glühbirne erfunden ist. Doch damit bricht in den USA ein elektrisierender Krieg zwischen George Westinghouse und Thomas Alva Edison aus, der sich um die Frage dreht, wer der wahre Erfinder der Glühbirne ist.

Erfindungen verändern die Gesellschaft. Während sie manchmal nur träge ihren Platz im Alltag einnehmen, bringen andre von einem Moment auf den anderen Licht in die Dunkelheit. Zwar kann man sich vorstellen, dass ein Erfinder seine Wunder vollbringt, allerdings kaum, welcher Wirbel damit - zumindest bei der Glühbirne - einhergegangen ist. 

Graham Moore verpackt in diesem historischen Roman die Stromgiganten des 19. Jahrhunderts, denen wir nach wie vor verdanken, dass uns in den Abendstunden ein Licht aufgeht.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Paul Cravath erzählt. Er ist ein junger Anwalt, der von George Westinghouse angeheuert wird. Von seinem Können überzeugt, widmet er sich hingebungsvoll der neuen Aufgabe, die ihn mitten ins elektrisierende Geschehen um Edison, Westinghouse und sogar Nikola Tesla wirft.

Der Autor hat mit der Figur Cravath eine gute Perspektive gewählt, um Licht auf die beteiligten Personen zu werfen. Durch den Einsatz des Anwalts und der Ich-Perspektive schafft es Moore, ihn als Drehscheibe der Ereignisse zu verwenden, indem er in ins Zentrum der Erzählung rückt. Dabei hat es mir seine persönliche Entwicklung weniger angetan. Man merkt ihm an, dass er eben seine Rolle im Gesamtbild zu erfüllen hat und nur darin seine Existenzberechtigung als Figur liegt. 

Besonders gut hat mir hingegen die Darstellung von Nikola Tesla gefallen. Er wird als wirrer, genialer Geist geschildert, dem man trotz seiner chaotischen Art einfach ins Herz schließen muss.

Die Erzählung umfasst mehrere Jahre und ist schon fast im epischen Stil angelegt. Manchmal wurden mir zu lange Zeitspannen übersprungen, worunter die Spannung und vor allem die Atmosphäre gelitten hat. Denn so ganz konnte ich den Erfindergeist, die Begeisterung und die feindliche Gesinnung nicht spüren, obwohl sie im Roman selbst immer wieder zur Sprache kommen. 

Ich fand es allerdings sehr spannend von den Hintergründen des Stromdebakels zu erfahren. Westinghouse und Edison haben sich eine ordentliche Schlacht geliefert und dabei sogar unfaire Mittelchen eingesetzt. Außerdem wird beleuchtet, welche weiteren technischen Errungenschaften auf diese beiden Herren zurückzuführen sind und wie damals Ideen-Fabriken aus der Taufe gehoben wurden. 

Sprecher David Nathan leiht der Hörbuchversion seine Stimme, die in gewohnter Qualität fesselnd und angenehm zu hören ist. 

Graham Moore hat mit „Die letzten Tage der Nacht“ einen historischen Blick auf die Vergangenheit geworfen, die nach wie vor den Alltag unserer Gegenwart prägt. Meiner Meinung nach handelt es sich trotz der genannten Abstriche um ein bemerkenswertes (Hör-) Buch, das bei Interesse unbedingt gelesen werden muss.
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MEINE BEWERTUNG


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Kommentare:

  1. Hey :)

    Ich vermute, ich hätte das Hörbuch wahrscheinlich auch mit vier Sternen bewertet, wenn ich nicht das Pech gehabt hätte zu wissen, wie dieser Stromkrieg ausgeht. Ich wollte zwar eigentlich nicht gespoilert werden, aber wenn man einen Elektrotechniker zum Freund hat ... Mehr muss ich wohl nicht sagen, oder?

    Liebe Grüße
    Ascari

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    1. Hallo Ascarai,

      das ist ja fies, dass dir dein Freund gleich alles verraten hat! :D Ich fand es nicht schlecht, weil es doch ein schwieriges Thema war, mit der ganzen Physik und den Gesetzen rundherum. Der Autor hat daraus schon etwas gemacht.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Hallo Nicole ;-)
    Dass ich das Buch auf meinem Wunschzettel habe, weißt du ja schon. Nach deiner Neugier weckenden Rezension hoffe ich, dass sich dieser schon bald erfüllt.
    Liebste Grüße und eine wundervolle Woche wünsche ich dir. <3
    Hibi

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    Antworten
    1. Hallo Hibi,

      ich denke, es wird dir gefallen! Trotz einiger Abstriche ist es wirklich gut erzählt.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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